Tierordination Urfahr

Zecken!
Kleiner Stich mit bösen Folgen

Sobald die Tage länger werden und die Temperaturen steigen, werden auch die Zecken wieder aktiv. Die hungrigen Parasiten lauern im Gebüsch und in Gräsern auf ihre Chance. Sobald sie Körperwärme spüren, haften sie sich an den Wirt, egal ob Hund, Katze oder Mensch und beginnen sich im Uhrzeigersinn schraubenartig in die Haut einzubohren.

Dabei sind die Zecken so klein, daß man sie fast nicht sehen kann. Je mehr Blut die Zecken saugen, um so größer werden sie. Manche erreichen sogar Kirschgröße. Dabei wird von den Zecken ein Speichel abgegeben, welche das Blut am Gerinnen hemmt. Hier liegt die große Gefahr der Krankheitsübertragung.


WELCHE KRANKHEITSERREGER ÜBERTRAGEN SIE?
Die gefährlichsten Krankheiten sind:
1. Die F.S.M.E (Frühsommermeningoencephalitis; oft Mensch, selten Hund)
2. Borreliose (oft Mensch, oft Hund)
3. Unspezifische Infektionen (oft Katze, manchmal Hund, manchmal Mensch)
4. Babesiose (Hunde): Osten Österreichs, südliches und östliches Ausland

F.S.M.E (Frühsommermeningoencephalitis)
Ist für den Menschen die gefährlichste Krankheit, welche Zecken übertragen können. Dafür gibt es jedoch eine Schutzimpfung.

Hunde galten bisher als resistent gegen diese Krankheit. Seit kurzem konnte aber auch bei geschwächten Hunden diese Krankheit nachgewiesen werden. Klinisch beginnt die FSME-Erkrankung beim Hund mit Orientierungslosigkeit, Schwäche und Schläfrigkeit. Später zeigen sich Krämpfe und tollwutähnliche Anfälle. Die Heilungschancen bei Tieren sind sehr gering. Bei Hunden kann man eine Schutzimpfung mit dem menschlichen FSME-Impfstoff versuchen.

Babesiose:
Betroffen sind häufig Hunde, aber auch Menschen. Es sind Blutparasiten, welche die roten Blutkörperchen zerstören. Typisch ist anfangs: blutiger roter oder brauner Harn und Schwäche. Nach etwa 1 Woche kommt es zum völligen Zusammenbruch durch massive Blutarmut.


Seit 2007 gibt es vereinzelte Fälle auch in Linz. Jedoch im Burgenland und in Ungarn gehört diese Art der Erkrankung durch Zeckenbisse zu den häufigsten Todesursachen.

Unspezifische Infektionen:
Können natürlich auch beim Biss übertragen werden. Verschiedene Schmutzkeime an Zecken oder Hautkeime können in die Blutbahn gebracht werden. Hier sind die Symptome wie bei der Borreliose. Es entsteht ebenfalls Rötung, Schwellung und Fieber. Allerdings bildet sich kein roter Ring aus. An dieser Form der Zeckeninfektion erkranken vor allem die Katzen. Natürlich ist das auch bei Mensch und Hund möglich.


WIE SCHÜTZE ICH MEINEN HUND VOR ZECKEN?

Findet man einen angebissenen Zecken, so ist er vorsichtig mit einer Zeckenzange und einer Drehung gegen den Uhrzeigersinn zu entfernen. Sofort auf die Bissstelle ein Desinfektionsmittel geben, bzw. vor dem Entfernen des Zecken desinfizieren.

Als Maßnahme, damit Zecken gar nicht auf das Tier gehen, gibt es einige Medikamente und biologische Substanzen.

Sehr wirkungsvoll:
Zeckenampulle
Zeckenhalsband.

Wechselnde oder leichte Wirkung haben:
- verdünntes Teebaumöl
- Zitronellenöl
- Kampfertinktur verdünnt

WICHTIG: Wenn ein Zeckenbiss stark anschwillt und die Tiere matt und müde sind, dann sofort zum Tierarzt gehen!

Für weitere Fragen stehen Ihnen mein Team und ich gerne zur Verfügung.

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