Tierordination Urfahr

Der Vogelpatient

Immer größerer Beliebtheit als Heimtiere erfreuen sich Vögel . Neben einer artgerechten Unterbringung wie ausreichend große Voliere oder Käfig, Freiflug, keine Einzelhaltung, optimaler Ernährung und Pflege, sollte man auch auf die Gesundheit seiner gefiederten Freunde achten.

Krankheitssymptome beim Vogel sind für den Laien erst sehr spät zu erkennen, da Vögel trotz schwerer Erkrankung noch bis knapp vor ihrem Tod fressen. Daher ist der rechtzeitige Besuch beim Tierarztes schon bei geringfügig auffallenden Veränderungen des Vogels wichtig.

Der Tierarzt führt eine klinische Untersuchung, die speziell auf den Vogel abgestimmt ist, durch. Hauterkrankungen wie die Schnabelräude, Federmilben , Federlinge, Befiederungsstörungen, zu lange Krallen oder Schnäbel, eingewachsene Fußringe werden dabei häufig diagnostiziert. Auch äußerliche Tumoren, die oft auf der Brust von Wellensittichen entstehen, können so frühzeitig erkannt und in weiterer Folge chirurgisch entfernt werden.

Weiters besteht die Möglichkeit, Tupferproben für eine bakteriologische Untersuchung zu entnehmen. Diese hat beispielsweise Bedeutung zur Abklärung der Psittakose ("Papageienkrankheit"), eine vom Vogel auf den Menschen übertragbare Erkrankung.

Eine einfache mikroskopische Kotuntersuchung gibt Auskunft darüber, ob der Vogel bzw. der ganze Vogelbestand mit Darmparasiten( Spulwürmern, Einzeller) infiziert ist. Weiters stehen Blut-, Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen für die inneren Organe zur Verfügung.

Nicht zu vergessen wäre die chirurgische Versorgung. Dazu verwendet der Tierarzt eine moderne, schonende Inhalationsnarkose. Vögel mit gebrochen Knochen stellen keine Seltenheit dar. Hier muss oftmals genagelt, geschraubt, fixiert werden, um den Patienten wieder flugfähig zu machen.

Da kaum allgemeingültige Referenzwerte für das Vogelblutlabor bestehen, wäre es ideal, wenn Vogelpatienten einmal jährlich zu einer Allgemeinuntersuchung inklusive einer Blutentnahme in die Tierarztpraxis gebracht würden, um so für jedes Einzeltier entsprechende Referenzwerte zur Verfügung zu haben.