Tierordination Urfahr

Aus dem Nest gefallenes Vogelkind - was nun?

Immer wieder stößt man im verbauten Gebiet während des Sommers auf scheinbar verwaiste Jungvögel.

Singvögel, wie z.B. Rotkehlchen und Gartenrotschwanz verlassen ihr Nest bereits in einem Stadium, in dem Schwung- und Steuerfedern noch nicht die vollständige Größe aufweisen. Sie sitzen daher unter Büschen, nahe dem Boden. Hier werden sie von der Vogelmutter gefüttert und sind Gefahren aus ihrer Umwelt ausgeliefert. Mitunter werden Nistplätze von Arten, die an Häusern brüten (z.B. Schwalben, Mauersegler) durch bauliche Maßnahmen während der Brutzeit betroffen, sodass die Nestlinge menschlicher Pflege bedürfen.

Was tun, wenn man nun einen (scheinbar) verlassenen Jungvogel findet? Zuerst muss man sich vergewissern, dass auch in einiger Entfernung keine Eltern auffindbar sind. Nur dann macht es Sinn, das Vogelkind bei sich aufzunehmen.

Ein Karton mit Luftlöchern eignet sich in den meisten Fällen zur Unterbringung. Jeder Stress muss vom jungen Vogel ferngehalten werden. Das zu verabreichende Futter ist von der Vogelart abhängig. Es reicht von Insekten, hart gekochtem Ei, Faschiertem bis zu diversen Sämereien. Je nach Alter des Vogels muss er bis zu halbstündlich mittels Pipette gefüttert werden.

Oft handelt es sich bei Findelkindern um verletzte oder kranke Vögel (Bein- und Flügelbrüche, Milben, Federlinge und Infektionen). Hier ist der Besuch beim Tierarzt unumgänglich. Wie bei zahmen Vögeln ist auch bei Wildvögeln eine entsprechende Untersuchung (z.B. Röntgen) möglich. Auch spezielle Verbände und Medikamente kommen gegebenenfalls zum Einsatz.

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